Geschichtliches zu Costa Rica

Wappen von Costa Rica

Die Geschichte von Costa Rica unterscheidet sich wesentlich von der Geschichte der übrigen Länder Lateinamerikas.

Sie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sich hier seit der Entdeckung des Landes durch Kolumbus nichts Weltbewegendes ereignete.

 

Die ruhige und ungestörte Entwicklung fand im Wappen von Costa Rica einen fast idyllischen Ausdruck. Unter sieben Sternen breitet sich die Wasserfläche zweier Ozeane aus, die durch drei Vulkane getrennt sind. Im Hintergrund ein Segelschiff und die Sonne steigt aus dem Meer empor. Vorn ein Dreimaster unter vollen Segeln.

 

Vielleicht war dieser Dreimaster das Schiff von Kolumbus, der 1502 durch einen Sturm an die reiche Küste getrieben wurde und dem Land den Namen gab.

 

Etwa sechzig Jahre nach der Entdeckung erinnerte sich der spanische König an das kleine Land in Mittelamerika und sendete Juan Vázquez de Coronado als Gouverneur nach Costa Rica. 

Coronado träumte nicht von Gold und Edelsteinen wie zahlreiche andere spanische Konquistadoren. Er wollte unschuldig in Not geratenen Menschen der alten Welt helfen und ihnen eine Zukunft ermöglichen.

Er holte etwa fünfzig Familien nach Costa Rica und gab ihnen Saatgut, Setzlinge und einige Zuchttiere. Er verstand es auch, freundschaftliche Verhältnisse zu den Kaziken der indianischen Bevölkerung der Region Talamanca und des Guarcotals, aufzubauen.

 

Das wirtschaftlich aufblühende Land weckte schon bald das Interesse des spanischen Adels und der Gouverneurssessel war sehr beliebt. Nicht alle Gouverneure und spanischen Einwanderer waren der indianischen Bevölkerung freundlich gesinnt. So ging die Zahl der Ureinwohner durch Unterdrückung, Gewalt und eingeschleppte Krankheiten stark zurück.

Während fast dreihundert Jahren gehörte Costa Rica zum "Capitanía General de Guatemala", auch Königreich Guatemala genannt. 

 

Erst nach dem Jahr 1821, als Costa Rica ohne einen Schuss abzufeuern selbstständig geworden war, endete das ruhige Leben.

Es begann unter den herrschenden Familien ein zügelloser Kampf um die Macht.

In diesen Kampf mischte sich um die Mitte des Jahrhunderts der Freischärler William Walker, der schon im benachbarten Nicaragua die Diktatur errichtet hatte. Mit dem ganz bescheidenen Ziel Herrscher aller mittelamerikanischen Länder zu werden.

Costa Rica setze sich erfolgreich zur Wehr und konnte seine Unabhängigkeit bewahren.

 

Durch den weltweiten Boom nach Kaffee entstand in Costa Rica eine Kaffeearistokratie die bis 1870 auch die politische Macht besass. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde die Macht der Kaffeebarone durch liberalere Präsidenten beschnitten und das öffentliche, kostenlose Schulwesen eingeführt. 

Nach dem sechs Wochen dauernden Bürgerkrieg von 1948 konnten die demokratischen Strukturen gefestigt und ausgebaut werden. 

Dank dieser Demokratie, Neutralität und unbewaffneten Aussenpolitik konnte Costa Rica seine Stabilität bewahren und sich neuen Konflikten weitgehend entziehen.

  

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